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Website-Relaunch ohne Ranking-Verlust: Ablauf, Zeitplan, Weiterleitungsplan und Checkliste

Von Christoph Weingärtner5. Oktober 202628 Min. Lesezeit

Website-Relaunch: altes und neues Browserfenster, verbunden durch Pfeile als Sinnbild für den Weiterleitungsplan von alten auf neue URLs

Ein Website-Relaunch ist der Neuaufbau einer bestehenden Website: Design, Technik, Struktur und Texte werden erneuert, während Domain, Google-Sichtbarkeit und Anfragen erhalten bleiben sollen. Ob das gelingt, entscheidet sich weniger am Design als an drei Arbeitsschritten: einer vollständigen Liste aller alten Adressen, einem 301-Weiterleitungsplan auf passende neue Seiten und einer engen Kontrolle in den Wochen nach dem Livegang.

In diesem Ratgeber gehe ich den Relaunch in sechs Phasen durch, von der Bestandsaufnahme bis zur Nachkontrolle in der Search Console. Sie erfahren, wann sich ein Relaunch lohnt und wann ein Redesign oder sogar ein Website-Baukasten reicht, wie lange jede Phase dauert, wie ein Weiterleitungsplan aussieht und welche Fehler Rankings kosten. Die passende Excel-Checkliste mit Weiterleitungstabelle können Sie kostenlos herunterladen. Stand aller Angaben: Oktober 2026.

Was ist ein Website-Relaunch und worin unterscheidet er sich vom Redesign?

Im Alltag werden Relaunch, Redesign und Umzug oft gleich verwendet. Für die Planung lohnt sich die Trennung, weil jede Variante ein anderes Risiko für Ihre Auffindbarkeit hat. Ein Redesign ändert das Aussehen: neue Farben, neue Schrift, neue Bilder. Adressen und Inhalte bleiben. Ein Relaunch greift tiefer. Meist ändern sich Seitenstruktur, Texte und das System, mit dem die Website gebaut ist. Dabei fallen fast immer Adressen weg oder ändern sich. Eine Migration meint den Wechsel der Technik, zum Beispiel von WordPress auf ein anderes System, und ein Domainumzug den Wechsel der Adresse selbst.

Vorhaben Was sich ändert Risiko für Google-Rankings Weiterleitungen nötig?
Redesign Optik, Bilder, Schriften gering meist nein
Relaunch Struktur, Texte, Technik, oft auch Optik mittel bis hoch ja, für alle geänderten URLs
Technik-Migration System, Hosting, Dateistruktur mittel ja, wenn sich URLs ändern
Domainumzug Domain (z. B. von .com auf .de) hoch ja, für jede URL, dazu Adressänderungstool

Ein Relaunch ist also kein Designprojekt mit etwas SEO am Ende. Er ist ein Umzug: Alles, was die alte Website an Vertrauen bei Google und bei Ihren Kunden aufgebaut hat, muss in die neue Website mitgenommen werden. Google selbst behandelt einen Relaunch mit neuen Adressen in seiner Dokumentation als „Website-Umzug mit URL-Änderungen“ und beschreibt dafür einen eigenen Ablauf, laut Google Search Central (Stand September 2026).

Für Sie als Auftraggeber heißt das: Fragen Sie jeden Anbieter, wie er mit alten Adressen umgeht. Wer darauf keine klare Antwort hat, plant ein Redesign und nennt es Relaunch.

Wann lohnt sich ein Relaunch und wann nicht?

Die häufigste Ursache, die ich in Gesprächen mit kleineren Betrieben sehe, ist keine technische. Viele haben eine Website, die ordentlich aussieht und einmal viel Geld gekostet hat, aber kaum Anfragen bringt. Die Seite erklärt das Unternehmen, aber nicht, warum ein Kunde gerade jetzt anrufen soll. Ein neues Design allein ändert daran nichts. Das ist der Moment, in dem ein Relaunch mit neuer Struktur und neuen Texten sinnvoll wird.

Typische Anzeichen, dass ein Relaunch fällig ist:

  • Die Website bringt kaum Anfragen, obwohl Besucher kommen.
  • Auf dem Smartphone müssen Besucher zoomen oder lange scrollen, bis sie Telefon und Leistung finden.
  • Für Änderungen brauchen Sie jedes Mal eine Agentur, kleine Textkorrekturen dauern Wochen.
  • Das System läuft auf einer PHP- oder WordPress-Version ohne Sicherheitsupdates.
  • Ihre Leistungen, Zielgruppe oder Positionierung haben sich geändert, die Website zeigt noch das Angebot von vor fünf Jahren.
  • Texte und Aussagen widersprechen sich von Seite zu Seite, weil über Jahre verschiedene Personen ergänzt haben.
  • Die Besucher aus Google gehen seit Monaten zurück, obwohl Ihr Angebot gleich geblieben ist.
  • Seiten laden spürbar langsam oder verschieben sich beim Laden.
  • Barrierefreiheit, Datenschutz-Hinweise und Cookie-Abfrage entsprechen nicht mehr dem aktuellen Stand.

Ein einzelnes Anzeichen rechtfertigt selten einen Relaunch. Kommen mehrere zusammen, vor allem veraltete Technik und fehlende Anfragen, ist ein Neuaufbau meist günstiger als die nächste Reparatur.

Ein unterschätzter Punkt ist die Technik darunter. Viele ältere WordPress-Websites laufen auf PHP-Versionen, für die es keine Sicherheitsupdates mehr gibt. PHP 8.1 hat laut php.net (Stand Oktober 2026) seit dem 31. Dezember 2025 das Ende seiner Unterstützung erreicht, PHP 8.2 erhält nur noch bis zum 31. Dezember 2026 Sicherheitskorrekturen. Wie verbreitet das Problem ist, zeigt die öffentliche Statistik von WordPress.org.

rund 37 %der WordPress-Installationen laufen auf PHP 8.1 oder älter, also ohne offizielle SicherheitsupdatesQuelle: WordPress.org, abgerufen am 05.10.2026
31.12.2026Ende der Sicherheitsupdates für PHP 8.2Quelle: php.net, Stand Oktober 2026
2,5 Sekundenbis zum Laden des größten Inhalts gelten laut Google als gute Ladezeit (LCP)Quelle: Google Search Central, Stand Dezember 2025

Ein Relaunch lohnt sich dagegen nicht, wenn Ihre Website Anfragen bringt, technisch aktuell ist und nur optisch etwas angestaubt wirkt. Dann reicht ein Redesign auf derselben Struktur, und Sie gehen kein Ranking-Risiko ein. Auch wenn Sie gerade erst gründen und noch kein klares Angebot haben, ist ein großer Relaunch verfrüht. Für den Anfang genügt oft eine einzelne, gut gemachte Seite oder ein Baukasten. Und wenn die Website sehr gut rankt, aber schlecht konvertiert, ist manchmal eine neue Landingpage für das wichtigste Angebot der klügere erste Schritt.

Die sechs Phasen eines Website-Relaunchs im Überblick

Jeder Relaunch, den ich plane, folgt derselben Reihenfolge. Die Reihenfolge ist wichtiger als das Tempo. Wer mit dem Design beginnt und die Bestandsaufnahme ans Ende schiebt, merkt meist erst nach dem Livegang, welche Seiten fehlen.

  1. Bestandsaufnahme Alle alten URLs, ihre Besucher, Rankings und Links erfassen und jede Seite bewerten: behalten, überarbeiten, zusammenführen oder streichen.
  2. Ziele und Struktur Festlegen, was die neue Website leisten soll, für wen sie ist und welche Seiten es gibt. Daraus entsteht die neue Sitemap.
  3. Inhalte und Weiterleitungsplan Texte schreiben oder überarbeiten, Bilder auswählen und für jede alte URL das neue Ziel eintragen.
  4. Umsetzung auf einer Testumgebung Die neue Website bauen, geschützt vor Google, und Formulare, Ladezeit, Mobilansicht und Weiterleitungen testen.
  5. Livegang Umstellen, Weiterleitungen aktivieren, Sperren entfernen, Sitemap einreichen, Stichproben prüfen.
  6. Kontrolle und Nacharbeit In den ersten Wochen Search Console, Fehlerseiten und Anfragen beobachten und gezielt nachbessern.

Die Phasen 1 bis 3 machen erfahrungsgemäß den größten Teil der Arbeit aus. Die eigentliche Programmierung ist bei einer Unternehmenswebsite mit zehn bis dreißig Seiten heute der kleinere Teil, vor allem wenn Struktur und Texte vorher stehen. Genau deshalb kann ich bei siteerstellen.de eine Website in etwa drei Tagen ab Freigabe online bringen: Die Zeit steckt im Gespräch und im Entwurf davor, nicht im Bauen.

Die Phasen überschneiden sich in der Praxis. Während die Texte entstehen, kann die Testumgebung schon aufgebaut werden. Nur eine Regel gilt ohne Ausnahme: Ohne fertigen Weiterleitungsplan kein Livegang.

Zeitplan: Wie lange dauert ein Website-Relaunch?

Wie lange ein Relaunch dauert, hängt weniger von der Technik ab als von Entscheidungen und Texten. Die folgende Tabelle ist ein Planungsrahmen für eine Unternehmenswebsite mit zehn bis dreißig Seiten, bei der eine Person entscheidet. Es sind Richtwerte für Ihre Planung, keine Messwerte.

Phase Planungsrahmen Was die Dauer bestimmt
1. Bestandsaufnahme 1 bis 2 Wochen Zahl der alten URLs, Zugang zu Search Console und Analyse-Tool
2. Ziele und Struktur 1 bis 2 Wochen wie schnell Angebot, Zielgruppe und Seitenliste feststehen
3. Inhalte und Weiterleitungsplan 2 bis 4 Wochen ob Texte überarbeitet oder neu geschrieben werden, Fotos, Freigaben
4. Umsetzung und Test wenige Tage bis 2 Wochen Funktionen wie Buchung oder Formulare, Zahl der Seitenvorlagen
5. Livegang 1 Tag vorbereitete Weiterleitungen, erreichbare Ansprechpartner
6. Kontrolle 8 bis 12 Wochen, danach laufend wie schnell Google die neuen Adressen verarbeitet

Bis zum Livegang ergibt das rund fünf bis zehn Wochen. Länger wird es, wenn ein Gremium entscheidet, alle Texte neu entstehen, die Website mehrsprachig ist oder ein Shop mit vielen Produkten umzieht. Für die Zeit nach dem Livegang gibt Google selbst einen Anhaltspunkt: Bei mittelgroßen Websites dauert es einige Wochen oder länger, bis die neuen URLs in der Suche angekommen sind, laut Google Search Central (Stand September 2026). Legen Sie den Livegang deshalb nicht in Ihre wichtigste Verkaufszeit, bei einem Gartenbaubetrieb also nicht in den April.

Phase 1: Bestandsaufnahme der alten Website

Bevor Sie über die neue Website nachdenken, brauchen Sie ein vollständiges Bild der alten. Ziel ist eine Liste aller Adressen, die Google, Kunden oder andere Websites kennen. Jede davon braucht später eine Entscheidung. Google empfiehlt in seiner Anleitung zum Website-Umzug ausdrücklich, zuerst eine Liste der alten URLs zu erstellen und sie den neuen zuzuordnen, laut Google Search Central (Stand September 2026).

Woher Sie die alten URLs bekommen

Keine Quelle ist für sich vollständig. Nehmen Sie deshalb mehrere und führen Sie sie in einer Tabelle zusammen:

  • XML-Sitemap der alten Website, meist unter /sitemap.xml oder /sitemap_index.xml. Sie zeigt, was das System selbst für wichtig hält.
  • Google Search Console, Bericht „Leistung“ mit dem Filter auf Seiten: Hier sehen Sie, welche Adressen in den letzten Monaten Klicks und Impressionen hatten. Diese Seiten haben höchste Priorität.
  • Bericht „Seiten“ (Indexierung) in der Search Console: Er zeigt, welche URLs Google kennt, auch solche, die nicht mehr in der Sitemap stehen.
  • Analyse-Tool wie Google Analytics oder Matomo: Seiten mit Besuchern, Formular-Abschlüssen und Einstiegen.
  • Externe Links: Der Bericht „Links“ in der Search Console listet die meistverlinkten Seiten. Diese Adressen müssen unbedingt weiterleiten.
  • CMS und Server: In WordPress zum Beispiel alle Seiten, Beiträge, Kategorien, Schlagwort-Archive und Mediendateien. Server-Logdateien zeigen zusätzlich, welche Adressen tatsächlich aufgerufen werden.

Vergessen Sie keine PDF-Dateien. Preislisten, Flyer oder Datenblätter, die als PDF verlinkt sind, ranken oft selbst und werden in E-Mails weitergegeben.

Jede Seite bewerten

Wenn die Liste steht, bekommt jede URL eine von vier Entscheidungen. Seiten mit Besuchern, Rankings oder externen Links behalten Sie inhaltlich, auch wenn sich Adresse und Text ändern. Seiten mit gutem Thema, aber schwachem Text überarbeiten Sie. Mehrere dünne Seiten zum selben Thema führen Sie zusammen zu einer starken Seite. Seiten ohne Besucher, ohne Links und ohne Zweck können Sie streichen. Gestrichene Seiten leiten Sie auf die thematisch nächste Seite weiter oder lassen sie bewusst mit dem Statuscode 404 oder 410 enden, wenn es kein sinnvolles Ziel gibt.

Notieren Sie für die wichtigsten Seiten außerdem den heutigen Stand: Title, Meta-Description, Überschrift, Position bei den zwei bis drei wichtigsten Suchbegriffen und die Klicks der letzten drei Monate. Ohne diesen Ausgangswert können Sie nach dem Livegang nicht sagen, ob der Relaunch geholfen oder geschadet hat.

Verweise außerhalb Ihrer Website erfassen

Ihre Website wird nicht nur über Google gefunden. Auf sie zeigen Links aus Ihrem Google-Unternehmensprofil, aus Branchenverzeichnissen, von Verbänden, Partnern, Lieferanten, aus Social-Media-Profilen, aus E-Mail-Signaturen, von QR-Codes auf Fahrzeugen und Flyern. Viele dieser Links zeigen auf Unterseiten, etwa auf eine bestimmte Leistung oder auf das Kontaktformular. Notieren Sie diese Stellen in der Bestandsaufnahme. Nach dem Livegang leiten zwar die 301-Weiterleitungen alles korrekt um, aber die Links, die Sie selbst pflegen, sollten Sie direkt auf die neuen Adressen ändern. Besonders wichtig ist das Google-Unternehmensprofil, weil es für die Suche in Ihrer Region oft mehr Kontakte bringt als die Website selbst. Warum diese Einträge zusammen mit der Website wirken, erkläre ich im Ratgeber zur lokalen SEO.

Phase 2: Ziele und neue Seitenstruktur festlegen

Ein Relaunch ist die beste Gelegenheit, die Website vom Kunden her neu zu denken. Die Frage lautet nicht, welche Seiten die alte Website hatte, sondern welche Fragen ein Interessent hat, bevor er anfragt. Für einen Handwerksbetrieb sind das zum Beispiel: Machen Sie das, was ich brauche? Kommen Sie zu mir? Was kostet das ungefähr? Wer sind Sie? Wie erreiche ich Sie schnell?

Ein messbares Ziel pro Website

Legen Sie vor dem Relaunch fest, woran Sie Erfolg messen. Gute Ziele sind konkret und zählbar: Anfragen über das Formular, Anrufe über die Website, Terminbuchungen, Downloads. „Moderner wirken“ ist kein Ziel, sondern ein Geschmack. Aus meiner Zeit als CMO bei Memberspot weiß ich, wie viel ein klares Ziel ausmacht. Dort ist der Monatsumsatz von 300.000 auf 900.000 Euro gestiegen, die Conversion um 40 %, so steht es im Referenzschreiben. Für mich war die wichtigste Lehre daraus: Jede Seite braucht eine Aufgabe, und sie wird an genau dieser Aufgabe gemessen.

Die neue Struktur aufschreiben

Aus Ziel und Kundenfragen entsteht die neue Seitenstruktur. Bewährt hat sich für kleine und mittlere Unternehmen ein einfaches Muster:

  • Startseite mit Angebot, Nutzen, Belegen und einer klaren Handlungsaufforderung.
  • Eine eigene Seite pro Leistung, denn jede Leistung hat eigene Suchbegriffe. Wer „Badsanierung“ sucht, will nicht auf einer Seite landen, die zwölf Gewerke aufzählt.
  • Über uns mit echten Menschen und echten Fotos.
  • Referenzen oder Projekte, wenn es sie gibt.
  • Kontakt mit Formular, Telefonnummer, Anfahrt und Einzugsgebiet.
  • Ratgeber oder Wissensbereich, wenn Sie bereit sind, regelmäßig zu schreiben.
  • Rechtliche Seiten: Impressum, Datenschutz, bei Bedarf AGB und Erklärung zur Barrierefreiheit.

Wie Sie eine solche Struktur Schritt für Schritt planen und ein Briefing für Ihren Dienstleister schreiben, beschreibe ich im Ratgeber zur Website-Struktur. Für Handwerksbetriebe gibt es einen eigenen Leitfaden zur Website für Handwerker, weil dort das Einzugsgebiet und das Google-Unternehmensprofil besonders viel Gewicht haben.

Zuständigkeiten und Zugänge vor dem Start klären

Legen Sie fest, wer was entscheidet und liefert. Eine Person trifft die Entscheidungen und gibt frei, auch wenn mehrere mitreden. Jemand liefert Texte, Fotos und Fakten wie Preise und Einzugsgebiet oder stimmt die Texte des Dienstleisters inhaltlich ab. Der Dienstleister verantwortet Bestandsaufnahme, Weiterleitungsplan, Umsetzung und Tests. Und es steht fest, wer nach dem Livegang die Search Console beobachtet und Fehler meldet.

Sammeln Sie außerdem früh alle Zugänge: Domain-Verwaltung, Hosting, DNS-Einstellungen, Search Console, Analyse-Tool, Google-Unternehmensprofil und, falls vorhanden, Newsletter- und Buchungsdienste. Wer am Tag des Livegangs erst den Zugang zur Domain sucht, verschiebt den Termin. Prüfen Sie dabei, ob Domain und Konten auf Ihr Unternehmen laufen. Liegen sie noch bei einer früheren Agentur, holen Sie sie vor dem Relaunch zurück.

URLs bewusst wählen

Mit der Struktur legen Sie die neuen Adressen fest. Kurze, sprechende URLs in Kleinbuchstaben ohne Umlaute sind am robustesten, etwa /leistungen/badsanierung/. Ändern Sie Adressen nur, wo es einen Grund gibt. Jede Adresse, die gleich bleibt, ist eine Weiterleitung weniger und ein Risiko weniger. Wenn Ihre alte Website bereits saubere Adressen hatte, übernehmen Sie sie.

SEO beim Website-Relaunch: Wie der Weiterleitungsplan Ihre Rankings sichert

Der Weiterleitungsplan ist das wichtigste Dokument eines Relaunchs. Er ist eine einfache Tabelle: links jede alte URL, rechts die neue Ziel-URL, dazu der Statuscode und ein Feld für die Prüfung nach dem Livegang. Fehlt er, landen Besucher von Google, aus alten E-Mails oder von verlinkenden Websites auf einer Fehlerseite, und Google verliert die Verbindung zwischen alter und neuer Seite.

Welcher Statuscode wann passt

Für einen Relaunch brauchen Sie dauerhafte Weiterleitungen. Google nennt in seiner Dokumentation die serverseitigen Statuscodes 301 und 308 als dauerhafte Weiterleitungen. Bei ihnen wertet Google das Weiterleitungsziel als die maßgebliche (kanonische) Adresse und zeigt es in den Suchergebnissen an. Temporäre Weiterleitungen mit 302 oder 307 verfolgt Googlebot zwar auch, nutzt sie aber nicht als Signal, dass das Ziel die neue Hauptadresse ist, laut Google Search Central (Stand April 2026). Für einen Relaunch ist 302 deshalb fast immer die falsche Wahl, auch wenn manche Plugins es als Standard einstellen.

Statuscode Bedeutung Einsatz beim Relaunch
301 dauerhaft verschoben Standard für alle geänderten Adressen
308 dauerhaft verschoben, Methode bleibt erhalten gleichwertig zu 301, seltener im Einsatz
302 / 307 vorübergehend verschoben nur für echte Übergänge, etwa eine Wartungsseite
404 nicht gefunden für Seiten ohne sinnvolles Ziel
410 dauerhaft entfernt für bewusst gelöschte Inhalte und Technik-Pfade

Weiterleitungen per JavaScript sollten Sie nur nutzen, wenn es serverseitig nicht geht. Google weist darauf hin, dass sie beim Rendern übersehen werden können. Eine sofortige Meta-Refresh-Weiterleitung wertet Google als dauerhaft, eine verzögerte als vorübergehend.

Fünf Regeln für einen sauberen Weiterleitungsplan

  1. Eins zu eins weiterleiten Jede alte Seite zeigt auf die inhaltlich passendste neue Seite. Die alte Seite „Badsanierung Köln“ leitet auf die neue Leistungsseite Badsanierung, nicht auf „Leistungen“ und schon gar nicht auf die Startseite.
  2. Keine Ketten Leiten Sie direkt auf das endgültige Ziel. Laut Google folgen die Crawler bis zu zehn Weiterleitungen in Folge, Google rät aber, Ketten kurz zu halten, idealerweise höchstens drei Stationen (Stand März bzw. September 2026). Bestehende Weiterleitungen aus früheren Umbauten passen Sie deshalb auf die neuen Ziele an.
  3. Nicht alles auf die Startseite Viele alte Adressen pauschal auf die Startseite umzuleiten, verwirrt Besucher und kann laut Google als „Soft 404“ gewertet werden. Die alte Seite verliert dann ihre Signale, als wäre sie gelöscht.
  4. Varianten mitdenken Alte Adressen gibt es oft in mehreren Schreibweisen: mit und ohne www, mit und ohne Schrägstrich am Ende, mit http und https, mit Parametern. Testen Sie die wichtigsten Varianten.
  5. Lange stehen lassen Google empfiehlt, Weiterleitungen so lange wie möglich, in der Regel mindestens ein Jahr, beizubehalten, damit alle Signale übertragen werden (Stand September 2026). Ich lasse sie dauerhaft stehen.

So sieht ein Weiterleitungsplan aus

Ein Ausschnitt aus einem typischen Plan für einen Dienstleister mit alter WordPress-Website könnte so aussehen:

Alte URL Neue URL Code Begründung
/leistungen-2/ /leistungen/ 301 gleiche Seite, neue Adresse
/badsanierung-koeln/ /leistungen/badsanierung/ 301 Leistung jetzt mit eigener Seite
/fliesen/ und /fliesenarbeiten/ /leistungen/fliesen/ 301 zwei dünne Seiten zusammengeführt
/team/ /ueber-uns/ 301 Inhalt übernommen
/?page_id=12 /kontakt/ 301 alter Kurzlink
/wp-login.php keine 410 Technik-Pfad, entfällt mit neuem System

In der Excel-Vorlage zu diesem Artikel ist dafür ein eigenes Blatt vorbereitet, das den Prüfstand automatisch in Prozent ausrechnet.

Technisch umsetzen

Wie Sie die Weiterleitungen eintragen, hängt vom Server ab. Auf den meisten Webhostings mit Apache geschieht das in der Datei .htaccess, auf Nginx-Servern in der Serverkonfiguration, in WordPress über ein Weiterleitungs-Plugin. Bei vielen Adressen mit gleichem Muster, etwa allen Blogartikeln unter einem neuen Pfad, helfen Regeln mit Platzhaltern. Wichtig ist nur, dass die Weiterleitung auf dem Server passiert und nicht erst im Browser.

Weiterleitungen fangen Besucher von außen auf. Innerhalb der neuen Website sollte dagegen kein einziger Link auf eine alte Adresse zeigen. Google empfiehlt in seiner Anleitung zum Website-Umzug ausdrücklich, interne Links auf die neuen URLs zu aktualisieren und die Canonical-Angaben anzupassen (Stand September 2026). Das betrifft auch Links in Texten, die Sie aus der alten Website übernehmen, und Links in PDF-Dateien. Prüfen Sie außerdem die strukturierten Daten, also die maschinenlesbaren Angaben zu Unternehmen, Adresse, Öffnungszeiten, Bewertungen oder häufigen Fragen. Bei einem Systemwechsel gehen sie leicht verloren, weil ein Plugin sie bisher automatisch erzeugt hat. Ein Crawler wie Screaming Frog findet interne Links, die auf Weiterleitungen oder Fehlerseiten zeigen, in wenigen Minuten.

Inhalte, Technik und Testumgebung

Wenn Struktur und Weiterleitungsplan stehen, entstehen Texte und Technik. In dieser Phase entscheidet sich, ob die neue Website mehr Anfragen bringt als die alte.

Texte übernehmen und verbessern, ohne Substanz zu verlieren

Seiten, die heute ranken, tun das wegen ihres Inhalts. Wenn Sie den Text beim Relaunch auf drei Sätze kürzen, weil das neue Design mehr Weißraum hat, verliert die Seite oft genau die Begriffe, für die Google sie gezeigt hat. Behalten Sie deshalb die Substanz rankender Seiten und verbessern Sie sie: klarere Überschrift, Antworten auf häufige Kundenfragen, Preise oder Preisrahmen, Belege wie Referenzen und Bewertungen, eine eindeutige Handlungsaufforderung.

Für jede Seite gehören dazu: ein eigener Title mit dem wichtigsten Suchbegriff, eine Meta-Description, die zum Klicken einlädt, genau eine H1, sprechende Zwischenüberschriften, Bilder mit beschreibenden Dateinamen und Alt-Texten sowie interne Links auf verwandte Seiten. Wie Sie Seiten so aufbauen, dass Google und KI-Suchsysteme sie verstehen und zitieren, beschreibe ich im Ratgeber bei Google gefunden werden.

Bei siteerstellen.de sind verkaufspsychologische Texte mit SEO- und GEO-Grundlagen deshalb im Preis enthalten. Der Grund ist meine Beobachtung aus Gesprächen mit kleineren Betrieben: Websites, die keine Anfragen bringen, scheitern selten an der Technik, aber oft an Texten, die nicht sagen, warum ein Kunde anfragen soll.

Auch für KI-Antworten sichtbar bleiben

Viele Menschen stellen ihre Fragen heute zusätzlich ChatGPT, Perplexity oder lesen die KI-Übersichten in der Google-Suche. Diese Systeme zitieren Seiten, deren Abschnitte eine Frage klar und für sich verständlich beantworten. Ein Relaunch ist der beste Zeitpunkt, Texte darauf auszurichten: Der erste Absatz einer Leistungsseite sagt in zwei, drei Sätzen, was Sie anbieten, für wen und wo. Preise, Einzugsgebiet und Ablauf stehen als Text auf der Seite und nicht nur in einem Bild. Häufige Fragen bekommen eigene, kurze Antworten. Wie diese Generative Engine Optimization (GEO) im Detail funktioniert, erklärt der Leitfaden zur GEO-Optimierung auf kistrategie.de. Achten Sie beim Relaunch zusätzlich darauf, dass Ihre robots.txt die Crawler der KI-Suchdienste nicht versehentlich aussperrt, wenn Sie dort gefunden werden möchten.

Das System passend zum Pflegebedarf wählen

Der Relaunch ist der richtige Zeitpunkt, das System infrage zu stellen. WordPress ist flexibel, braucht aber regelmäßige Updates von Kern, Theme und Plugins. Wie schnell das gehen muss, zeigt der September 2026. WordPress 7.1.2 schloss am 22. September 2026 eine kritische Sicherheitslücke, die unter bestimmten Bedingungen das Ausführen von Code erlaubte, laut WordPress.org (Stand 22.09.2026). Ein Baukasten nimmt Ihnen Updates ab, bindet Sie aber an den Anbieter. Eine statische Website, die als fertige HTML-Dateien ausgeliefert wird, hat kaum Angriffsfläche und lädt sehr schnell, Änderungen laufen dann aber über einen Dienstleister oder ein vorgeschaltetes Redaktionssystem.

Typischer Relaunch ohne Plan

  • Design zuerst, Inhalte am Ende
  • alte URLs nicht erfasst
  • pauschale Weiterleitung auf die Startseite
  • Testumgebung ohne Schutz oder mit vergessenem noindex
  • Kontrolle erst, wenn die Anfragen ausbleiben

Relaunch mit Plan

  • Bestandsaufnahme und Ziel zuerst
  • vollständige URL-Liste mit Bewertung
  • 301-Weiterleitung eins zu eins
  • geschützte Testumgebung, Sperren beim Livegang entfernt
  • Kontrolle in den ersten Wochen nach festem Plan

Prüfen Sie vor dem Livegang auch die Ladezeit. Google nennt als gute Werte für die Core Web Vitals: den größten sichtbaren Inhalt innerhalb von 2,5 Sekunden (LCP), eine Reaktion auf Eingaben in weniger als 200 Millisekunden (INP) und eine Layoutverschiebung unter 0,1 (CLS), laut Google Search Central (Stand Dezember 2025). Große Bilder, viele Schriftarten und überladene Slider sind die häufigsten Bremsen.

Barrierefreiheit und Recht gleich mitplanen

Seit dem 28. Juni 2025 gelten die Anforderungen des Barrierefreiheitsstärkungsgesetzes für bestimmte Produkte und Dienstleistungen, laut § 38 BFSG. Betroffen sind unter anderem viele Online-Shops und Buchungsstrecken für Verbraucher. Kleinstunternehmen, die Dienstleistungen anbieten, sind nach § 3 Abs. 3 BFSG ausgenommen. Ob Ihre Website darunter fällt, klären Sie am besten vor dem Relaunch, denn Kontraste, Schriftgrößen, Tastaturbedienung und Alternativtexte nachträglich einzubauen, ist teurer. Details und einen Schnellcheck finden Sie im Ratgeber zur barrierefreien Website. Ebenfalls in diese Phase gehören Impressum, Datenschutzerklärung und eine Cookie-Abfrage, die externe Dienste erst nach Einwilligung lädt.

Die Testumgebung schützen

Die neue Website entsteht auf einer Testumgebung, zum Beispiel unter einer Subdomain wie vorschau.ihre-domain.de. Diese Umgebung darf nicht in Google landen, sonst konkurriert sie mit Ihrer echten Website. Am sichersten ist ein Passwortschutz. Zusätzlich können Sie noindex setzen. Google rät, eine Liste der Seiten mit noindex zu führen, damit diese Sperre beim Livegang zuverlässig wieder entfernt wird (Stand September 2026). Ein vergessenes noindex auf der Live-Website ist ein klassischer Relaunch-Fehler. Google nimmt die Seiten dann nach und nach aus dem Index, und die Anfragen brechen ein, ohne dass jemand den Grund sieht.

Auf der Testumgebung prüfen Sie alles, was später Geld bringt: Kontaktformular mit echter Zustellung, Telefonnummern als klickbare Links, Buchungs- oder Anfragestrecken, Darstellung auf kleinen Smartphones, Cookie-Abfrage, Ladezeit und interne Links. Testen Sie auch die Weiterleitungen, soweit das auf der Testumgebung geht.

Website-Relaunch-Checkliste für den Tag des Livegangs

Planen Sie den Livegang für einen Tag, an dem Sie und Ihr Dienstleister erreichbar sind. Ein Freitagnachmittag vor dem Urlaub ist der schlechteste Zeitpunkt. Machen Sie vor der Umstellung eine vollständige Sicherung der alten Website, also Dateien und Datenbank, und bewahren Sie sie auf. Wenn etwas schiefgeht, können Sie zurück.

Am Tag selbst arbeiten Sie diese Punkte der Reihe nach ab:

  • Sicherung der alten Website (Dateien und Datenbank) liegt vor und ist lesbar.
  • Neue Website ist auf der echten Domain erreichbar, mit gültigem HTTPS-Zertifikat.
  • Passwortschutz und noindex der Testumgebung sind auf der Live-Website entfernt.
  • Die robots.txt sperrt keine wichtigen Bereiche.
  • Alle Weiterleitungen aus dem Plan sind aktiv, Stichproben aus jeder Gruppe liefern 301 und das richtige Ziel.
  • Die neue XML-Sitemap ist erreichbar und in der Search Console eingereicht.
  • Kontaktformular verschickt eine Testanfrage, die auch ankommt.
  • Analyse-Tool und Cookie-Abfrage funktionieren, ohne vor der Einwilligung Daten zu senden.
  • Canonical-Angaben zeigen auf die neuen Adressen, nicht auf die Testumgebung.
  • Google-Unternehmensprofil, Social-Media-Profile und E-Mail-Signaturen verlinken auf die richtigen Seiten.

Für die Sitemap gilt: Sie darf laut Google höchstens 50.000 URLs oder 50 MB unkomprimiert enthalten (Stand Juli 2026). Für eine Unternehmenswebsite ist das nie ein Problem, wichtig ist nur, dass ausschließlich neue, erreichbare Adressen darin stehen. Google empfiehlt außerdem, auf eine ausreichende Serverleistung zu achten, weil Googlebot die neue Website nach einem Umzug stärker crawlt als üblich.

Wechseln Sie beim Relaunch zusätzlich die Domain, kommt das Adressänderungstool der Search Console dazu. Es ist laut Google nur für den Wechsel von einer Domain oder Subdomain auf eine andere gedacht, nicht für neue Pfade, den Umstieg auf HTTPS oder den Wechsel zwischen www und ohne www. Die Weiterleitungen sollen dabei mindestens 180 Tage bestehen bleiben, die alte Domain sollten Sie mindestens ein Jahr behalten, laut Search Console-Hilfe (Stand Oktober 2026). Ich rate dazu, eine alte Domain gar nicht mehr freizugeben, solange irgendwo noch Links auf sie zeigen.

Was Sie in den ersten Wochen nach dem Relaunch kontrollieren

Mit dem Livegang beginnt die wichtigste Phase für Ihre Sichtbarkeit. Google muss die neuen Adressen crawlen, die Weiterleitungen verarbeiten und die Signale übertragen. Laut Google dauert das bei mittelgroßen Websites einige Wochen oder länger, bei großen noch länger, und Rankings können in dieser Zeit schwanken (Stand September 2026). Schwankungen sind normal. Ein dauerhafter Absturz ist es nicht.

Was Sie wann prüfen

Zeitpunkt Prüfung Werkzeug
Tag 1 Stichproben aller Weiterleitungsgruppen, Formular, Sitemap eingereicht Browser, Search Console
Woche 1 Bericht „Seiten“: neue Fehler 404, Soft 404, „Durch noindex ausgeschlossen“ Search Console
Woche 1 bis 2 wichtigste Seiten mit dem URL-Prüftool testen, Indexierung beantragen Search Console
Woche 2 bis 4 Klicks und Impressionen der Top-Seiten mit dem Zeitraum vor dem Relaunch vergleichen Search Console, Leistung
Woche 4 bis 8 Anfragen, Anrufe und Formular-Abschlüsse mit dem Vorher-Wert vergleichen Analyse-Tool, CRM, Postfach
Monat 3 Rankings der wichtigsten Suchbegriffe, verbleibende Fehlerseiten, alte Links Search Console

Typische Fehler schnell erkennen

Wenn einzelne Seiten deutlich verlieren, prüfen Sie zuerst, ob die alte Adresse wirklich mit 301 auf die neue zeigt, ob die neue Seite indexierbar ist und ob der Inhalt vergleichbar geblieben ist. Meist liegt das Problem an einer dieser drei Stellen. Wenn die ganze Website einbricht, ist meist eine globale Sperre schuld: noindex in der Vorlage, eine falsche robots.txt oder Canonical-Angaben, die auf eine andere Adresse zeigen.

Fehlerseiten mit dem Status 404 sind für sich kein Problem. Google entfernt solche Adressen nach und nach aus dem Index, wenn sie vorher indexiert waren, laut Google Search Central (Stand März 2026). Problematisch werden sie nur, wenn wichtige Seiten mit Besuchern oder Links darunter sind. Diese tragen Sie nachträglich in den Weiterleitungsplan ein.

Woran Sie messen, ob der Relaunch erfolgreich war

Nach etwa drei Monaten ziehen Sie Bilanz, und zwar an den Werten, die Sie in der Bestandsaufnahme notiert haben. Vergleichen Sie gleich lange Zeiträume und möglichst dieselben Monate, damit die Saison das Bild nicht verzerrt, etwa bei einem Heizungsbauer im Winter. Drei Fragen genügen: Bekommen die wichtigsten Seiten mindestens so viele Klicks aus Google wie vorher? Kommen mehr Anfragen, Anrufe oder Buchungen über die Website? Fragt ein größerer Anteil der Besucher an?

Sind die Klicks stabil und die Anfragen gestiegen, hat der Relaunch sein Ziel erreicht. Fallen die Klicks, gehen Sie die Fehlerprüfung oben durch. Steigen die Klicks, die Anfragen aber nicht, liegt es selten an Google. Dann lohnt ein zweiter Blick auf Angebot, Texte und Handlungsaufforderungen der wichtigsten Seiten.

Danach wechselt die Website vom Projekt in den Betrieb. Ab dann geht es um Updates, Sicherungen, Inhalte und Kontrolle. Was dazu gehört und wie oft, beschreibe ich im Ratgeber zur Website-Wartung.

Was ein Relaunch kostet und wer ihn umsetzen sollte

Wer den Relaunch umsetzt, hängt von Größe, Budget und Ihrer eigenen Zeit ab. Pauschale Preise nenne ich hier bewusst nicht, weil die Spanne von einer Handwerker-Website bis zum Portal mit Schnittstellen enorm ist. Die Kostentreiber sind aber immer dieselben.

Kostentreiber wenig Aufwand viel Aufwand
Zahl der Seiten 5 bis 15 Seiten Hunderte Seiten, Blog, Mehrsprachigkeit
Texte vorhandene Texte werden überarbeitet alle Texte neu, mit Recherche und Interviews
Weiterleitungen wenige, klare Zuordnungen tausende Adressen, Shop, Filterseiten
Funktionen Kontaktformular, Karte Shop, Buchung, Kundenkonto, Schnittstellen
Abstimmung eine Person entscheidet Gremium mit mehreren Runden

Wie sich die Kosten einer Website im Detail zusammensetzen und welche laufenden Kosten danach anfallen, erkläre ich im Ratgeber Was kostet eine Website?.

Welche Variante passt zu Ihnen?

Eine Agentur lohnt sich bei großen Websites mit vielen Beteiligten, Shop-Systemen oder Schnittstellen zu Warenwirtschaft und CRM. Fragen Sie bei der Auswahl gezielt nach dem Weiterleitungsplan, nach der Testumgebung und nach der Kontrolle nach dem Livegang. Lassen Sie sich zeigen, wie ein Weiterleitungsplan aus einem früheren Projekt aussah. Ein Freelancer oder ein kleiner Dienstleister ist bei Unternehmenswebsites mit bis zu einigen Dutzend Seiten oft schneller und günstiger, weil weniger Abstimmungsschleifen anfallen. Selbst machen mit einem Baukasten ist realistisch, wenn Ihre alte Website klein ist, kaum Google-Besucher hat und Sie Zeit für Texte mitbringen. Dann ist auch das Ranking-Risiko gering.

Bei siteerstellen.de läuft es so: Nach einem Gespräch bekommen Sie einen kostenlosen Entwurf Ihrer neuen Website. Sie zahlen nur, wenn er Ihnen gefällt. Ab Freigabe ist die Website in etwa drei Tagen online. Der Preis beginnt bei 1.000 Euro einmalig, SEO- und GEO-Grundlagen und verkaufspsychologische Texte sind enthalten, die Einzelheiten stehen unter Kosten. Für einen Shop mit tausenden Produkten oder ein Portal mit Kundenkonto bin ich nicht der richtige Ansprechpartner. Dort ist eine spezialisierte Agentur besser.

Fragen, die Sie jeder Relaunch-Agentur stellen sollten

Ob Agentur oder Freelancer, die folgenden Fragen trennen sorgfältige Anbieter von reinen Designbüros. Lassen Sie sich die Antworten schriftlich im Angebot bestätigen.

  • Wer erstellt die Liste der alten URLs, und aus welchen Quellen?
  • Wer schreibt den Weiterleitungsplan, und bekomme ich ihn als Tabelle?
  • Wird die Testumgebung mit Passwort geschützt, und wer entfernt die Sperren beim Livegang?
  • Welche Texte werden neu geschrieben, welche übernommen, und wer liefert sie?
  • Wie lange kontrolliert der Anbieter nach dem Livegang Search Console und Fehlerseiten?
  • Wem gehören Domain, Hosting-Zugang und Quellcode nach dem Projekt?
  • Was kosten Änderungen nach dem Livegang, und gibt es laufende Kosten?

Die letzte Frage wird oft vergessen. Manche Angebote wirken günstig, weil die laufenden Kosten für Hosting, Lizenzen und Wartung erst später sichtbar werden. Rechnen Sie deshalb immer die Kosten über mehrere Jahre durch und nicht nur den Projektpreis.

Wie ich kistrategie.de von WordPress auf Astro umgezogen habe

Ich habe 2026 meine eigene Website kistrategie.de, ein KI-Anbieterportal, das ich seit 2020 betreibe, von WordPress auf eine statische Website mit dem Framework Astro umgestellt. Die alte Seite war über die Jahre gewachsen: ein Verzeichnis mit mehreren tausend Einträgen zu KI-Tools, dazu Kategorien, Schlagwort-Archive, Shop-Seiten, Blogartikel und die typischen WordPress-Pfade. Die neue Seite sollte deutlich schlanker sein und ein klares Angebot zeigen. Damit war von Anfang an klar, dass für viele alte Adressen kein inhaltliches Gegenstück mehr existieren würde.

Drei Dinge haben sich dabei bewährt, und sie gelten für jede Unternehmenswebsite.

Erstens: Weiterleitungen in Gruppen planen. Statt jede Adresse einzeln zu betrachten, habe ich die alten URLs nach Typ sortiert: Rechtsseiten, frühere Angebotsseiten, Blogartikel, Verzeichniseinträge, Shop, Feeds und technische WordPress-Pfade. Für jede Gruppe gab es eine Regel und eine Begründung. Seiten mit Gegenstück bekamen eine gezielte 301-Weiterleitung, etwa die alte Datenschutzseite auf die neue. Technische Pfade wie der WordPress-Login bekamen den Status 410, weil es dort nie Inhalte für Besucher gab.

Zweitens: bewusst entscheiden, wo Soft 404 in Kauf genommen wird. Für die alten Verzeichniseinträge gab es kein neues Ziel. Sie zeigen auf die Startseite, die das neue Angebot erklärt. Mir war klar, dass Google diese Weiterleitungen als Soft 404 werten und die alten Adressen nach und nach aus dem Index nehmen kann. Das war in diesem Fall gewollt, denn das Verzeichnis gibt es nicht mehr. Besucher landen trotzdem nie auf einer toten Seite. Für Inhalte mit Gegenstück, etwa alte Blogartikel, ist der Plan, sie gezielt auf neue Ratgeberartikel umzuleiten, sobald es diese gibt.

Drittens: nichts löschen, alles sichern. Vor der Umstellung habe ich die komplette alte Website samt Datenbank gesichert und die alten Dateien auf dem Server in einen Archivordner verschoben, statt sie zu löschen. Das klingt übervorsichtig. Es hat aber den Vorteil, dass jede Frage nach dem Livegang, etwa „Wie hieß die alte Adresse dieser Seite?“, in Minuten beantwortet ist.

Meine Empfehlung daraus: Planen Sie für Bestandsaufnahme und Weiterleitungsplan mehr Zeit ein als für die Umsetzung. Die Technik ist heute schnell gebaut, die Entscheidungen über alte Inhalte brauchen Ruhe.

Fazit

Ein Website-Relaunch lohnt sich, wenn Ihre Website keine Anfragen bringt, technisch veraltet ist oder Ihr Angebot nicht mehr zeigt. Ob er Ihre Sichtbarkeit stärkt oder schwächt, entscheiden die unscheinbaren Arbeitsschritte: eine vollständige Liste der alten Adressen, ein 301-Weiterleitungsplan eins zu eins, eine geschützte Testumgebung und eine konsequente Kontrolle in den Wochen danach. Wenn Ihre Website gut läuft und nur optisch altert, reicht ein Redesign. Wenn sie klein ist und kaum Google-Besucher hat, reicht vielleicht ein Baukasten.

Mein Rat für die Reihenfolge: zuerst Ziel und Bestandsaufnahme, dann Struktur und Texte, dann Technik. Laden Sie sich die Relaunch-Checkliste mit Weiterleitungsplan herunter und tragen Sie heute schon Ihre wichtigsten alten URLs ein. Wenn Sie sehen möchten, wie Ihre neue Website aussehen könnte, bevor Sie etwas bezahlen, fordern Sie einen kostenlosen Entwurf an. Projekte wie memberspot.de und deffland-gmbh.de, die ich gebaut habe, finden Sie bei den Referenzen.

Häufige Fragen

Was ist ein Website-Relaunch?

Ein Website-Relaunch ist der Neuaufbau einer bestehenden Website, bei dem Design, Technik, Struktur und Inhalte gemeinsam erneuert werden, während Domain, Auffindbarkeit und Kundenkontakte erhalten bleiben sollen. Ein reines Redesign ändert dagegen nur das Aussehen. Der Unterschied ist wichtig, weil beim Relaunch meist Adressen wegfallen und deshalb ein Weiterleitungsplan nötig ist.

Wie lange dauert ein Website-Relaunch?

Für eine Unternehmenswebsite mit zehn bis dreißig Seiten und einer entscheidenden Person können Sie als Planungsrahmen mit fünf bis zehn Wochen bis zum Livegang rechnen. Den größten Teil kosten Bestandsaufnahme, Inhalte und Abstimmung, nicht die Programmierung. Danach folgen mehrere Wochen Kontrolle, denn laut Google dauert es bei mittelgroßen Websites einige Wochen oder länger, bis die neuen URLs in der Suche stehen.

Woran erkenne ich, dass meine Website einen Relaunch braucht?

Ein Relaunch ist fällig, wenn mehrere Anzeichen zusammenkommen: Die Website bringt kaum Anfragen, ist auf dem Smartphone mühsam zu bedienen, läuft auf Software ohne Sicherheitsupdates, zeigt ein veraltetes Angebot oder lässt sich nur mit großem Aufwand ändern. Ist nur die Optik in die Jahre gekommen und die Website bringt weiter Anfragen, reicht meist ein Redesign ohne neue Struktur und ohne Ranking-Risiko.

Verliere ich beim Relaunch meine Google-Rankings?

Nicht zwangsläufig, wenn jede wichtige alte URL per 301 auf die passende neue Seite weiterleitet und die Inhalte mindestens gleichwertig bleiben. Google weist darauf hin, dass Rankings während des Umzugs schwanken können. Dauerhafte Verluste entstehen meist durch fehlende Weiterleitungen, gelöschte Inhalte oder ein vergessenes noindex aus der Testphase.

Wie lange müssen 301-Weiterleitungen nach einem Relaunch bestehen bleiben?

Google empfiehlt, Weiterleitungen so lange wie möglich beizubehalten, in der Regel mindestens ein Jahr. In der Praxis lasse ich sie dauerhaft stehen, weil alte Links in E-Mails, Verzeichnissen und auf anderen Websites nie ganz verschwinden und Weiterleitungen auf dem Server kaum Aufwand verursachen.

Was kostet ein Website-Relaunch?

Die Kosten hängen vor allem von der Zahl der Seiten, dem Umfang neuer Texte und von Funktionen wie Shop oder Buchung ab. Bei siteerstellen.de beginnt eine neue Website bei 1.000 Euro einmalig, SEO-Grundlagen und Texte sind enthalten. Große Portale mit vielen Funktionen und Schnittstellen kosten deutlich mehr.

Brauche ich beim Relaunch das Adressänderungstool der Search Console?

Nur wenn Sie die Domain wechseln, zum Beispiel von beispiel.de auf beispiel.com. Für neue Pfade auf derselben Domain, den Wechsel auf HTTPS oder von www auf ohne www ist das Tool laut Google nicht gedacht. Dort reichen saubere 301-Weiterleitungen und eine neue Sitemap.

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Quellen

  1. Google Search Central: Website-Umzug mit URL-Änderungen (Stand: September 2026)
  2. Google Search Central: Weiterleitungen und die Google Suche (Stand: April 2026)
  3. Google Search Central: HTTP-Statuscodes, Netzwerk- und DNS-Fehler (Stand: März 2026)
  4. Search Console-Hilfe: Adressänderungstool (Stand: Oktober 2026)
  5. Google Search Central: Sitemap erstellen und einreichen (Stand: Juli 2026)
  6. Google Search Central: Core Web Vitals und Google-Suchergebnisse (Stand: Dezember 2025)
  7. PHP: Supported Versions (Stand: Oktober 2026)
  8. WordPress.org: PHP-Versionen der WordPress-Installationen (Statistik-Schnittstelle) (abgerufen am 05.10.2026)
  9. WordPress.org News: WordPress 7.1.2 Release (Stand: 22.09.2026)
  10. Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG), § 38 Übergangsbestimmungen (Stand: Oktober 2026)
  11. Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG), § 3 Barrierefreiheitsanforderungen (Abs. 3: Kleinstunternehmen) (Stand: Oktober 2026)
Christoph Weingärtner

Christoph Weingärtner

Gründer von siteerstellen.de

Marketer aus Kirchheim unter Teck, seit 2018 im Digitalmarketing. Als CMO von Memberspot mitverantwortlich für das Wachstum von 300.000 auf 900.000 Euro Monatsumsatz, Betreiber von kistrategie.de. Baut Websites, die gefunden werden und Anfragen bringen.

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